Merseburg

Merseburg in Sachsen-Anhalt liegt malerisch am Fluss Saale. Im Stadtgebiet mündet das Flüsschen Geisel in die Saale. Die Stadt gehört zum Ballungsraum um Leipzig und Halle. Merseburg hat knapp 36.000 Einwohner und gehört zu den ältesten besiedelten Gebieten in Mitteldeutschland. Bei archäologischen Grabungen fanden sich sogar Relikte aus der Bronzezeit. Im Merseburger Museum werden außerdem Funde aus der römischen Kaiserzeit und aus der Zeit der Völkerwanderung gezeigt.

Wechselvolle Historie

Erstmals wurde Merseburg im Jahr 880 schriftlich erwähnt. Im Jahr 968 wurde das Bistum Merseburg gegründet. Bereits im Jahr 1188 war die Stadt ein bedeutender Handelsort. Sechs schwere Brände zerstörten die Stadt, sie wurde jedoch immer wieder aufgebaut und vergrößert. Schloss und Dom entstanden. Die Bürger der Stadt verfassten während der Bauernkriege 16 Merseburger Artikel, in denen sie sich gegen die immer neuen Lasten wandten, die die Kirche und der Adel ihnen aufbürdete. Von den Aufständischen wurden acht Bürger und Bauern auf dem Merseburger Marktplatz geköpft, um den Widerstand zu brechen. Im Jahr 1545 predigte Martin Luther von der Kanzel des Merseburger Doms. Wenige Jahre später hatte sich in Merseburg die Reformation endgültig durchgesetzt. Ein Jahrhundert später wurde der Ort Residenzstadt der Herzöge von Sachsen-Merseburg. Die Stadt vergrößerte sich, es wurde viel gebaut und es gab einen regen Aufschwung von Kunst und Kultur. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde Merseburg Hauptstadt des nun preußischen Regierungsbezirkes. Das Merseburger Ständehaus entstand, in dem der Provinzialausschuss tagte. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde ein Ammoniakwerk gebaut, das die Keimzelle der späteren Leunawerke war. Mitte der 1930er Jahre folgte die Errichtung der Buna-Werke. Im 2. Weltkrieg wurde die Stadt Opfer von mehreren Bombenangriffen. Große Teile der Innenstadt wurden zerstört. Während der Zeit der DDR wurden ganze Straßenzüge in der historischen Altstadt abgerissen, um für eine „sozialistische Rekonstruktion“ Platz zu machen. Nach der Wende 1989 avancierte Merseburg zu einem Fachschulstandort. Durch Kreisgebietsreformen wurde es zum Verwaltungssitz des neu entstandenen Landkreises Saalekreis.

Lebendige Kulturszene

Heute gibt es in Merseburg ein reges Kulturleben. Besonders sehenswert ist in dem Museums- und Ausstellungsangebot das Deutsche Chemiemuseum, das Kulturhistorische Museum und der Luftfahrt- und Technikmuseumspark. Es gibt Kleinkunst im Ständehaus, Puppentheaterfesttage, Orgeltage und ein Schlossfest. Auch das Zauberfest zieht viele Besucher an. In der Bibliothek des Domkapitels zu Merseburg wurden im Jahr 1841 von dem Historiker Georg Waitz die berühmten Merseburger Zaubersprüche entdeckt. Es handelt sich um eine theologische Handschrift aus dem 9. Jahrhundert. Darin finden sich zwei Zauberformeln, die Bezug nehmen auf die uralte vorchristliche germanische Mythologie. Der erste Zauberspruch soll die Fesseln eines Gefangenen lösen können. Der zweite Zauberspruch soll die Heilung eines verletzten Pferdehufes bewirken.

Zahlreiche Sehenswürdigkeiten

Neben der Besichtigung des Ensembles von Dom mit dem Domschatz und Schloss lohnt sich ein Besuch im wunderschönen Schlossgarten mit der Orangerie. Schmucke Bürgerhäuser, das Ständehaus als heutiges Kultur- und Kongresszentrum und der Markt mit dem Alten Rathaus und dem Staupenbrunnen sollten ebenso wie die Reste der Stadtmauer mit dem Eulenturm besichtigt werden. Im Kapitelhaus mit dem Domstiftsarchiv gibt es eine Ausstellung über die Merseburger Zaubersprüche.

Wirtschaftliche Prosperität

Merseburg ist ein über viele Jahre gewachsener Industriestandort. Die Chemiebetriebe Leuna und Schkopau und fünf gut erschlossene Gewerbe- und Industriegebiete im Stadtbereich von Merseburg sorgen dafür, dass der Wirtschaftsraum zu den dynamischsten Entwicklungsgebieten im Bereich der neuen Bundesländer gehört. Die günstigen Standortbedingungen haben seit der Wende zur Ansiedlung von zahlreichen kleinen und mittelständischen Unternehmen geführt.